BIOGRAFIE SWIFT

Jonathan Swift

Swift

Jonathan Swift, am 30. November 1667 in Dublin geboren, war der bedeutendste irische Schriftsteller und Satiriker der frühen Aufklärung.

Er studierte – wohl nicht ganz auf eigenen Wunsch – Theologie und fiel schon als Student durch sein rebellisches Wesen auf. Den Abschluss soll er dem Vernehmen nach nur gnadenhalber erhalten haben.

Nach dem Ende der Ausbildung zog Swift nach England, wo ihn ein entfernter Verwandter seiner Mutter, der Diplomat Sir William Temple, als Sekretär einstellte. Sir William ermöglichte ihm auch die Fortsetzung seines Studiums in Oxford, wo Swift den Titel eines „Master of Arts“ erwarb.

Nach seiner Rückkehr nach Irland ließ er sich als Geistlicher der anglikanischen Kirche ordinieren und fand eine Stelle als Pfarrer der Kirchsprengel von Kilroot, Ballynure und Templecorrann im Bezirk Antrim. Schon nach einem Jahr kehrte er aber wieder nach England zurück und arbeitete erneut für William Temple.

Esther Johnson, die uneheliche Tochter seines Arbeitgebers, wurde seine große Liebe, in seinen Schriften als „Stella“ bezeichnet. Bis heute streiten sich die Biografen darüber, ob die beiden heimlich verheiratet waren.

Die Anstellung endete mit dem Tod seines Arbeitgebers und Swift zog nach Irland zurück, wo er wieder ein Amt bei der Kirche übernahm.

Jonathan Swift war politisch sehr aktiv und amtete vorübergehend auch als Herausgeber der Tory-Wochenzeitung „Examiner“.

Sein erstes größeres literarisches Werk, die Satire „A Tale of a Tub“, trug ihm wegen ihrer skeptischen Haltung gegenüber allen – auch religiösen – Gewissheiten eine Menge Angriffe ein. Er musste deshalb einige seiner satirischen Angriffe unter Pseudonymen oder anonym veröffentlichen. Nach einer besonders treffsicheren Attacke auf das ausbeuterische Verhalten der englischen Grundbesitzer in Irland wurde sogar eine Belohnung von 300 Pfund auf die Entlarvung des anonymen Verfassers ausgesetzt. (Zum Vergleich: ein Landarbeiter hatte damals ein jährliches Einkommen von weniger als 20 Pfund.)

Swifts schärfste Satire trug den Titel „A Modest Proposal“. Darin schlägt er angesichts der katastrophalen sozialen Zustände in Irland im Stil eines sachlichen McKinsey-Beraters vor, man solle doch um Geld zu sparen irische Kinder schlachten und als Nahrungsmittel verwenden.

Heute gilt „Gullivers Reisen“ – ebenfalls eine Satire und nicht als Kinderbuch gedacht – als sein Hauptwerk.

Jonathan Swift verstarb am 19. Oktober 1745 als Dean der Sankt Patricks-Kathedrale in Dublin.